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Wednesday, 22 March 2017 18:11

Voice n' Violin beim Tokyo Spring Festival Featured

Einen besonderen Abend stellte das Konzert „Voice n' Violin“ beim Musikfestival „Tokyo Haru Sai“ dar. Der in den letzten Jahren als Wagnersänger sehr geschätzte Tenor Andreas Schager und die Geigerin Lidia Baich präsentierten ein sehr buntes und vielfältiges Programm. Abwechselnd gaben sie Gesangsnummern aus Oper und Operette und verschiedene Violinstücke in intensiver und brillanter Weise wieder. Begleitet wurden sie vom Orchester der Tokyo Mitaka Philharmonie unter der Leitung des Wiener Dirigenten Mathias Fletzberger.

Eröffnet wurde der Abend mit der heiteren Ouvertüre aus Figaros Hochzeit Darauf anschließend sang A.Schager, der im vorigen Jahr bei den Bayreuther Festspielen debütierte, die Bildnisarie aus der Zauberflöte. Seine glänzende Heldentenorstimme erfüllte kraftvoll den Saal. Es folgten die Wesendonck-Lieder von Richard Wagner einer Bearbeitung von Felix Mottl u. Fletzberger. Obwohl eigentlich ein Frauenrepertoire konnte Schager diese Lieder in überzeugender und kräftiger Weise interpretieren. Besonders im dritten Lied „Im Treibhaus“ beeindruckte seine tiefe und leidende Darstellung. Beim letzten Lied spielte die Geigerin Baich mit, die eine originelle und interessante Interpretation zeigen konnte. Für Schagers Stimmfülle war der Saal leider etwas zu klein, und ich hätte sie gerne in einer größeren Räumlichkeit genossen.

Virtuos und leicht präsentierte Baich das nachfolgende Violinstück Rondo von W.A.Mozart.  Bei ihrer Darbietung von Introduction und Rondo capriccioso (Saint-Saëns) überzeugte sie mit geschliffenen Klängen und ihrerTechnik, wobei die Coda den unübertroffenen Höhepunkt bildete. Insgesamt ließ sie uns eine imponierende Darbietung hören.

Auf die lustige und heitere Ouvertüre aus Donna Diana von Reznicek folgten im zweiten Teil des Konzertes Wiener Operettenstücke. Schager sang Arien aus dem Zigeunerbaron von J. Strauss II und aus F. Lehars Giuditta. Sie bilden das Lieblingsrepertoire des erfolgreichen Tenors. Mt seinen elastischen hohen Tönen klang der 3/4 Takt typisch wienerisch und vertraut. Während Baich im Liebestraum NR. 3 von F. Liszt mit ihrer Geige Freude ausdrückt, erzeugt sie in der Ungarischen Rhapsodie Nr. 2 ländliche Klänge. Dazu folgten Stücke von Kreisler, in denen sie romantische wienerische Klänge produzierte. Man konnte ihre Vielfalt im Ausdruck vernehmen.

Bis einschließlich der Zugabe waren alle Stücke des Abends gut ausgewählt. Die Solisten haben sehr gut mit dem Dirigenten, der auch für die Arrangements der Stücke zuständig war, harmoniert. Auch das kleine, aber temperamentvolle Orchester konnte die musikalischen Wünsche des Dirigenten präzise umsetzen.

(Juno Shibatsuji)