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Freitag, 05 August 2016 11:15

Recital beim Festival "Carinthischer Sommer"

Sie gehören zweifelsohne zu den vielseitigsten Interpreten klassischer Musik auf höchstem Niveau - nicht nur in Osterreich, sondern in den Konzertsälen der Welt: Geigerin Lidia Baich und Pianist Matthias Fletzberger. Dies bewiesen sie einmal mehr bei ihrem bejubelten Auftritt am Mittwoch für den Carinthischen Sommer (CS) im Villacher Congress Center.

Im großen Saal ließ das Duo aus bekannten Meisterwerken neue Klangerlebnisse entstehen.Akademisch präzise, ungemein farbig und im forschen Ausdruck bereits im Anlauf auf größere Vorhaben, machten die beiden Beethovens G-Dur-Sonate op. 96 und Strawinskys "Suite Italienne" zum Genuss. Nach der Pause spielte die aus St. Petersburg stammende Osterreicherin und das einstige Wiener Tastenwunderkind - nach Ausflügen in höhere Management-Aufgaben nun wieder erfolgreich am Flügel - in einer anderen Welt: Zusammen haben die Ballettkenner und -liebhaber Prokofjews "Romeo und Julia"-Suite für Violine und Klavier arrangiert und schafften es mit Virtuosität und Leidenschaft glatt, ein Orchester zu ersetzen. Als Zuhörer glaubte man sich inmitten des dramatischen Tanzgeschehens, so plastisch formte das Duo die Figuren und Szenen. Wunderbar, fast im selben Atem, geriet dann Cesar Francks A-Dur-Sonate. Da war aber noch lange nicht alle Energie verbraucht und so loderte als Zugabe das Feuer des (arrangierten) BallettHits "Spartacus" durch den Saal. Baich spielte auf einer besonders klangfülligen "Giuseppe Guarneri".

(Andreas Hein, Kronen Zeitung, 5. August 2016)